EVA GENOVEVA WORK STATEMENT EVA GENOVEVA   Formale Werk-Charakteristika: Die formale Entwicklung der Arbeit Eva Genovevas weist Paralellen zum U.S.-amerikanischen Präzisionismus auf. Umrisse und Kompositionslinien werden gerne überbetont; oft werden schräge Farben, sowie eine künstliche Beleuchtung mit starken Schlagschatten gewählt. Hintergründe lösen sich bevorzugt in stereometrische Grundformen auf, während das nicht selten aus dem Gleichgewicht geworfene Sujet im Bildmittelpunkt schnörkellos und mit größtmöglicher psychologischer Wahrhaftigkeit erfasst werden soll. Im Gegensatz zum heute vorwiegend praktizierten pastosen Farbauftrag, steht die Schaffung einer durch starkes Tiefenlicht charakterisierten, Emaille-artigen Oberfläche im Vordergrund. Dabei mündeten langjährige maltechnische Studien in folgendem, stark strukturierten und kontrolliertem Vorgehen, das eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit gewährleistet: Buchenholz-Multiplexplatten werden mit Leinwand beklebt, mit einem Halbkreidegrund grundiert und geschliffen. Darauf erfolgt die Tusche- Vorzeichnung nach Skizzen, die Untermalung in Ei- oder Kaseintempera, sowie eine zwischengeschaltete farbige Imprimitur, die schließlich mit dünnen Öl-Lasuren übermalt wird. Alles ist Portrait, selbst wenn es ein Stuhl ist. - Jedes gute Bild muss ein Quäntchen Gift enthalten.  (Lucian Freud)   Inhaltliche Werk-Charakteristika: Der Ansatz ist im Wesentlichen ein ästhetischer, analytischer, distanziert beobachtender und wenig spontaner. In der geordneten, idealisierten Formensprache tritt Verstörendes, Melancholisches, wie etwa die menschliche Vereinzelung, erst bei genauerem Hinsehen zu Tage. Dann aber offenbaren sich Themenwelten in deren Zweideutigkeit der Vanitas-Gedanke schlummert. Das Werk bleibt dabei jedoch stets autobiografisch – als Motive werden der Künstlerin nahestehende Menschen und die sie umgebende Dingwelt herangezogen.